Lykien ist ein Ort mit einer unvergleichbaren Geographie und Natur, wobei sich die antiken Ansiedlungen der natürlichen geographischen Form angepasst hatten und auch nach ihrem Ableben durch die Architektur der Gräber ihren eigenen Alltag vermittelt haben. Ihr damaliges Führungssystem ist das Beispiel unserer heutigen gelehrten Demokratie, der nach Freiheit strebt. Im 4.Jahrhundert vor Christus ist in Patara der berühmteste Heilige der orthodoxen Christen, der St. Nikolaus, geboren worden und verstarb in Myra. Ebenfalls ist in dieser Region im Berggebiet von Myra, im Ort Pharroa im 6.Jahrhundert Nikolaus aus Sion geboren worden, der seine Wunder vollbrachte und in der Stadt ein Kloster erbauen ließ und dessen Grab sich auch in diesem Kloster befindet. Lykien ist ein Ort, der global einen   besonders wichtigen Stellenwert hat.

Das Lykische Volk kam das erste Mal mit dem Christentum im Jahre 53-57 durch St. Paulus 3.Missionarbesuch in Myra und Patara in Berührung. Im 2. Und 3. Jahrhundert hat sich das Christentum in dieser Gegend stark verbreitet. Im 5. und 6. Jahrhundert wiederum haben die Bauprojekte in der reichsten Zeit der Byzantiner so richtig zugenommen. Die größte Veränderung in der byzantinischen Zeit war, dass in ununterbrochen bewohnten Siedlungen, ab der klassischen bis zur byzantinischen Zeit, begonnen wurde große Kirchen zu erbauen.

lahitIn der christlichen Zeit war in Lykien Myra und ihre Umgebung das wichtigste Gebiet. Der Hauptgrund dafür waren die beiden wichtigen Personen, die einen Heiligenstatus genießen: der Bischof Nikolaus sowie Nikolaus, der Oberpriester vom Sion Kloster.Fast in jeder Religion hat es eine besondere Bedeutung heilige Orte zu besuchen. Der Besuch einer heiligen Stätte dient als ein Ausweg einer seelischen Reinigung und ist die Möglichkeit mit Gleichgesinnten zusammen ein Ritus zu erleben und zu beten.Der im 4. Jahrhundert in Myra gelebte Heilige Nikolaus, der Beschützer der Kinder und Seemänner sowie der Anfang des 6. Jahrhundert gelebte Heilige St. Nikolaus aus Sion, der Kloster erbaute, erwecken bei Christen diese Gefühle und ließen diesen Ort zum Pilgerort werden.Eine andere Veränderung in der byzantinischen Zeit war auch das in der ländlichen Region in Myra, im Umfeld von Aladağ, Klosteransiedlungen erbaut wurden.

Die hohen Hügel und die tiefen Täler hinter Myra baten im Gegensatz zur Uferansiedlung immer besseren Schutz vor Piraterie, Besetzungen, Seuchen und anderen Katastrophen. Desweiteren waren diese Orte ideal zum Rückzug von der gemeinen Welt geeignet um sich zurückzuziehen und sich nur dem Beten zu widmen, sich auf die Suche nach Gott zu begeben, Feldarbeiten zu verrichten und als Einsiedler zu leben. Desweiteren wurden im 4. Jahrhundert Christen aus Städten wie Arykanda und Umgebung vertrieben und brauchten eine Ansiedlungstelle wo sie ihre Religion leben durften.

kale1Aufgrund der guten Schutzmaßnahmen, des erntefähigen Ackerbaus und der Platzierung auf den Pilgerrouten, konnte sich das Klosterleben in dieser Gegend entfalten. In den Orten Karabel/Asarcık, Alacahisar, Devekuyusu, Dikmen, Yılanbaşı und Danabaşı und ihrer Umgebung befinden sich Kirchen in Form von Mausoleums und Anbauten die zur Klosteransiedlung dienten. Die Klöster entwickelten sich zu mächtigen Zentralpunkten, die das ökonomische und allgemeine Leben beeinflussten.

Neben den Klosteransiedlungen gab es über die Region verteilte, anstatt große Ansiedlungen, kleine, allerdings nicht weit voneinander entfernte Dörfer, sowie Herrenhäuser im ländlichen Gebiet. Die Kirchen waren Teil dieser ländlichen Ansiedlungen.

Den historischen und architektonischen Ergebnissen zufolge, erreichte die ländliche Gegend die höchste Anwohnerzahl Mitte des 6. Jahrhunderts. Desweiteren ergibt sich aus der Tatsache, dass die Ansiedlungen dicht nebeneinander waren, die Annahme dass die Anwohnerzahl groß war.

Alle Grundbedürfnisse der Klosteransiedlungen wurden von den Mönchen durch Handarbeit geleistet. Aufgrund der ländlichen Gegend ist die Produktion mit Schwerpunkt in Richtung Ackerbau gewesen.

Familie haben wie die Mönche gut geschützte Häuser errichtet, in deren Umfeld sie auf terrassierten Ackerbau Trauben, Oliven und Getreide anlegten und sich gleichzeitig mit Tierzucht und Försterei ihren Tagesbedarf erzeugten um ihr Leben weiter fortführen zu können.

In der Nähe der Wohnbauten und Kirchen wurden zur Produktion von Wein in Hauptfelsen Werkstätten eingemeißelt, die aufgrund des Felsens bis heute erhalten geblieben sind.Da die Wasservorräte sehr gering waren, wurde der Wasserbedarf durch die Zisternen der Häuser und Kirchen gestillt. Außer den zum allgemeinen Wohle vorhandenen Zisternen, gab es auf den antiken Wegen Zisternen für die Reisenden.

Dieses Gebiet war eine ganz besondere Gegend, die ihre eigenen Künstler und Lehrmeister in ihren Ateliers hervorbrachte. Diese brachten mit ihrem Wissen und ihrem gekonnten Handwerk Kloster und Bauten aus vorhandenen Materialien hervor, die mit architektonischen Motiven, Kompositionen und Verzierungen mit verschiedenen Techniken versehen wurden.

Heutzutage ist die ländliche Gegend Myra’s, außer den modernen Dörfer auf den Hängen von Alacadağ mit ihrer Landschaft, dem Ackerbau, die Zisternen, die Menschen, das nicht zerstörte geographische Land, den antiken Wegen ein Ort, der die Spuren, den Zauber der vergangenen Zeit bis heute erhalten hat.

Dieser Zauber ist hauptsächlich dem Charakter Nikolaus von Sion zu verdanken. Nach dem Tod des Nikolaus wurde in seiner Vita die Orte genannt, wo er sich befunden und gelebt hat, wobei manche Orte und Kirchen bis heute noch nicht enthüllt werden konnten. Das größte Fragezeichen ist das vom Nikolaus aus Sion gegründete Kloster selbst.

Das Projekt‘’Die Reisen des St.Nikolaus um den Kultur und Glaubenstourismus in Demre und Beymelek zu verbessern’’ ist den Routen des Heiligen Nikolaus gewidmet, um die Orte wo er gelebt und sich befunden hat in Verbindung mit der Wissenschaft aufzuspüren und den noch nicht so bekannten Ort Alacadağ mit seinem kulturellem Reichtum zu fördern und dies in Tourismus Potential zu verwandeln, so das Gläubige wie Interessierte die Routen des Heiligen St. Nikolaus aufspüren können.

Durch die Besuche in der Gegend werden in Sachen Tourismus neue Investitionen folgen, so dass das dort lebende Volk ökonomisch besser gestellt ist. Desweiteren wird aufgrund dem daraus folgenden Bekanntheitsgrads das Projekt die heiligen Orte und das Sion Kloster, die in der Vita aufgeführt worden sind, festlegen werden können.

p7Die Ortschaft Beymelek, die als Projektzentrum gewählt wurde, hat außer der klassischen, hellenistischen, römischen und byzantinischen Zeit auch ein Wohnort der Selchuken, was aus den osmanischen Quellen des 16. Jahrhunderts hervorgeht. Demnach wurde der Ort als Gebiet des Sohnes des Sultans mit dem Stammnamen Beg-Melik genannt und hat auch als Thematik Platz im türkischen Roman ‘Karabibik’ des Schriftstellers Nabizade Nazım im Jahre 1880 gefunden. Dies gibt dieser Ortschaft nochmals eine ganz andere Bedeutung.

Die Häuser in diesem Umfeld sind die ersten Häuser der vorher als Nomaden und dann als feste Ansiedler lebenden Türken und werden durch ein anderes Projekt namens ‘’Die Beymelek Steinhäuser, das Erbe an die Zukunft’’ restauriert.  Besucher, die aufgrund ihres Glaubens oder aus reinem Interesse an dem Lykischen Weg diese Gegend besuchen werden, werden die Möglichkeit finden die einzigartige Architektur, die Kultur und Menschen kennenzulernen und werden unvergessliche Momente, Gefühle, und seelische Ruhe mit nach Hause nehmen und sehnsüchtig auf eine nochmalige Reise hierhin hoffen…

Antalya Gouverneur

Sebahattin ÖZTÜRK

 m1