ASARCIK

Der Asarcık Hügel liegt 1.5 Km nordwestlich vom Dorf Karabel, nördlich von dem Kasaba Tal, südlich von dem Karabel Tal bis hin nach Demre im bergigen Gebiet und ist somit ein wichtiger Übergangspunkt aufgrund seiner Lage. Vom Bergland zu der Kasaba Ebene fürt nur die eine Strecke über den Asarcık Hügel.

In diesem Gebiet befinden sich zwei sich nahe Ansiedlungsorte, von denen man ausgeht das sie aus der antiken Zeit stammen. Da man deren Namen nicht kennt, wurden sie als West und Ost bezeichnet. Aufgrund der architektonischen Fundstücke ist festgestellt worden, dass vor dem Christentum bereits in der römischen Epoche Ansiedlungen stattgefunden haben.

Die Ansiedlung in Asarcık Ost hatte in der Nahe der Acker auf einem Schutz anbietendem Hügel stattgefunden, wobei die Bauten innerhalb der Schutzmauern auf dem Hang erbaut wurden. Die allgemeine Baukonstruktion der Ansiedlung auf dem Hang wurde in der terrassierten Form mit Akropolen oder Burg Charakter vorgenommen. Innerhalb des von Mauern umzingelten Bereiches befinden sich in der Mitte eine Kirche und eine Kapelle, ca. Fünfzig Wohnbauten, fünf Zisternen und zwei Werkstätten. Die Bauten haben aufgrund ihrer Platzierung einen von der Spitze nach unten hin leichte Schieflage. Die Kirche befindet sich am höchsten Platz. Der Eingang zur Ansiedlung ist über drei Punkten, Ost, West und Süd möglich.

Die im Mittelpunkt der Ansiedlung platzierte Kirche hat einen westöstlich gelegenen Basilika Plan. Erhalten geblieben sind von der Kirche die westlichen Grundmauern und die anderen Mauern bis zu 1.5. Metern. Das Dach ist komplett eingefallen. Innerhalb der Kirche befinden sich zerstreute viele Säulenbasis, Säulen und Säulenknäufe. Der Türrahmen der Kirche ist verziert worden mit Distelblättern und kreisförmigen Motiven. Im mittleren Bereich befindet sich eine komplett aus einem Felsen gemeißelte Zisterne. Westlich der Zisterne befindet sich eine einräumige, kleine Kapelle, die Vermutungen zufolge nach der Schließung der Hauptkirche erbaut worden ist. Die Kapelle ist in Form eines westöstlich liegenden Rechtecks erbaut worden. Die Decke ist komplett eingefallen, einige Wände sind bis heute erhalten geblieben. Westlich der Kirche befinden sich eine Narthex und ein Innenhof.

West Asarcık ist 100 Meter von der Ansiedlung Ost Asarcık entfernt und hat Unterschiede zu Ost Asarcık. Entgegen, dass nur sehr wenige Wohnbauten vorhanden sind, wurde in Sachen Kultstätten viel Platz eingeräumt. Auf diesem Platz befinden sich eine Kirche, eine Taufkapelle, drei Grabbauten, eine Werkstatt und zwanzig Bauten. Eine der Bauten, welches zweistöckig konzipiert worden ist und bei der es sich um einen Turm handelt ist in der Nähe des Ackerfeldes auf einem sicheren Hügel erbaut worden.

Die von einer Mauer umgeben Bauten im südlichen Bereich sind auf einer geraden Ebene, die im nördlichen Bereich auf einer Erhebung. Die Mauern sind bei West Asarcık auch nicht vollumfänglich nachzuvollziehen. Der Eingang zu der Ansiedlung befand sich im Norden und Osten.

Den wichtigsten Platz in der Ansiedlung von West Asarcık nimmt die Kirche und die Anbau  ein. Der Standort und die Grösse der Kirche macht sie zum wichtigsten Objekt der ganzen Bauten. Sie und Bereiche in ihr wurden teilweise aus weissen Kalsteinblöcken erbaut und man kann feststellen, dass sofort nach Fertigstellung eines Bereiches direkt zum naechsten übergegangen wurde. Die Kirche ist in Form eines dreiblaettrigen Kleeblatts mit drei Bereichen u.z. einer Bema, eines Naos, und einem Atrium erbaut worden. Am südlichen Teil der Kirche befindet sich eine Grabkapelle und eine Grabkammer, im nördlichen Teil wiederum eine Taufkapelle direkt nebeneinander. In den spaeteren Epochen wurde innerhalb der Naos der Kircheeine kleinere Kirche erbaut.

Der Innenhof der Kirche hat einen westöstlich gelegen in rechteckigen Plan. Das zentrale Bereich des Innenhofes ist von vier Seiten von Arkaden umgeben. Das Zentrum ist eine aus einem Felsen gemeiselte Zisterne.

Angrenzend an die Kirche befindet sich südöstlich ein Gebaeude Abzsisse in der sich ein Reliquiar befindet und von der die Kappelle auch den Namen Reliquiar Kappelle erhalten hat. Es wird vermutet, das in dem Reliquien Gefaess die Sachen einer heiligen Person bewahrt wurden. Das Reliquiar befindet sich auf einem Altar, gefestigt an der Abszissenwand. Der Deckel des Reliquiars ist bis zum heutigen Tage nicht erhalten geblieben, die Oberflaeche ist mit Kreuzfresken versehen worden. An den Waenden sind Überreste von Wandmaslereien vorhanden. Die Reliquiar Kirche, in der anscheinend nur Reliquien von heiligen Personen aufbewahrt wurden, war für das herkömmliche Volk nicht zugaenglich. In zwei der in der Kapelle befindlichen Sarkophargdeckel sind Aushöhlungen in rechteckiger Form, vermutlich in Verbindung zu bringen mit dem heiligen Ölkult. Auf einen der Sakophargdeckel wurde in Form eines Kreuzes der Schriftzug ΦΩΣ ΣΩΗ, was soviel heisst wie “Licht und Leben” geschrieben.

Nördlich der Bema der Kirche  mit dem Plan eines dreiblaettrigen Kleeblatts, direkt anliegend befindet sich die Taufkapelle mit rechteckigem Bauplan in ost-westlicher Lage. Das Dach des Gebaeudes ist eingefallen und die oberen Bereiche der Waende ebenfalls, so dass der Innenraum mit Schutt gefüllt ist. Zwischen dem Schutt erkennt man Überreste des Taufbeckens. Aufgrund der Tatsache, dass so eine grosse Taufkapelle in West Asacık sich befunden hat, kann man davon ausgehen dass sehr viele Pilgerer das Kloster besucht haben.

500 Meter nördlich von Asarcık befindet sich der Ort Eşa Alan (Eşşekalan); dieses Ansiedlungsdorf aus der römischen- frühbyzantinischen Zeit befindet sich in der Naehe der modernen Strecke nach Karabel. Auf diesem Ansiedlungsplatz befinden sich kleine Dorfhaeuser, Hausgründe aus Kalkstein, Zisteren und ein Sarkopharg aus der römischen Zeit.

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