DEREAĞZI

Auf der römischen Strecke der zwischen dem Mittelmeer und zu dem Gebiet Myra führt und auf dem sich die Flüsse Karadağ und Kasaba zum Myra Fluss vereinen befindet sich auf einem Hügel, der vor dem Taleingang platziert ist, ein Ansiedlungsplatz. Es wird vermutet, dass es sich hierbei um den Ort Mastaura, ein wichtiger bischöflicher Zentralpunkt gehandelt haben müsse. In der Luvi Sprache bedeutet Ma-asta-ura soviel wie ‘’Die Obergöttin der erhabenen Flüsse’’.

Die Ansiedlung Dereağzı ist eine mit Myra in Verbindung stehende Burg und die Ruinen und die Gräber zeigen, dass es sich hierbei um eine kleine und reiche Ansiedlung gehandelt haben muss. Die Ruinen weisen vor, das dieser Ort über sehr lange Zeiträume besiedelt wurde und die Gründung der Stadt bis zum 9. Jahrhundert vor Christus zurückliegt. Die über die römische und byzantinische Zeit bewohnte Stadt wurde vermutlich bis zum 12. Jhr. besiedelt.

Die Kanäle zum Wassertransport nach Myra und Andriake beginnen an diesem Ort. Der Hügel ist nördlich und östlich von Schutzmauern umgeben. Da die Südseite sich an einer Schlucht befindet, war es nicht notwendig die Mauern an dieser Stelle zu errichten. An den Felsen am Eingangstor befinden sich Motive mit Szenen von einem Mann mit einem Stier und einem Opfer. Die Aussicht von der Burg ist dominierend das Demre Tal.

Innerhalb der Mauern befinden sich verschieden geformte Zisternen, ebenfalls in verschiedenen Größen. Im nördlichen Bereich der Burg sind die Ruinen der hauptsächlichen Schutzbauten. Innerhalb der Mauern befinden sich desweiteren einige wenige, einfach verarbeitete Sarkophage und in Mauern eingemeißelte Gräberbauten.

Östlich der Burg am östlichen Hang des Karadağ Baches befinden sich drei Felsgräber, wobei es sich hierbei um Gräber aus dem 4. Jahrhundert im traditionellen lykischen Stil handelt.

Der Ansiedlungsort ist durch seine Ende des 9. Jahrhunderts – Anfang des 10. Jahrhunderts auf einer nährreichen Ebene errichtete Dereağzı Kirche bekannt. Die Kirche mit ihren Kuppeln und ihrem Basilika Plan hat einen besonderen Platz bei Kirchen aus der byzantinischen Zeit.

Die Kirche befindet sich heute an der nördlichen Mündung des Karadağ Baches, 3 Km südöstlich vom Dorf Dirginler. Das nach Osten gerichtete große Gebäude hat an noch mehr Größe durch seine zwei achteckigen (Oktogen) Bauten im südlichen und nördlichen Teil gewonnen. Die Gesamtlänge beträgt 38.38 Meter, die Breite 45.19 Meter und die bis heute erhalten gebliebene Höhe 14.70 Meter. Der Großteil des Hauptgebäudes und Teilbereiche der achteckigen Gebäude sind in gewissen Bereichen eingefallen. Obwohl die Wände eingefallen und zerstört sind, ist das Gebäude heute noch sehr beeindruckend.

Vom Dorf aus erblickt man die nördliche Doppelmauer, wobei die Öffnungen für Türen und Fenster und Stützen immer noch erkennbar sind. Trotz des heutigen Zustandes ist der Bauplan noch ziemlich gut nachzuvollziehen. Die Kreuzkuppelabdeckung, die Korridore und Galerien kann man noch heute von allen drei westlichen Eingängen nachverfolgen. Über diese Tore erreicht man zuerst die äußere und dann die innere Narthex. Die massiven Wände im Innenbereich und die Torbogen aus Mörtel sind immer noch erkennbar. Zwei achteckige Ausbauungen befinden sich symmetrisch auf zwei Seiten des Gebäudes.  Beide sind einstöckig und besitzen dicke Wände mit Nischen. Von der Baubesonderheit hier ist die äußere Narthex mit fünf Türen versehen. Mit einem Mittelraum und zwei Nebenräumen hat sie die Erscheinung eines langen dünnen Korridors. Der Mittelraum ist 3.47×3.48, die Nebenräume sind 218×2.35 Meter groß. Die Narthex hat von innen westlich gelegen drei Eingänge. Sie wirkt wie ein langer Korridor mit den Masen 3.66×18.29 Meter. Die Mittlere Tür ist 2.40 Meter groß und geht bis zum Bogen. Im östlichen Bereich befinden sich drei Türöffnungen, wobei der mittlere zum Hauptkorridor und die an den Seiten zu den Nebenkorridoren führen. Die mittlere Tür ist 2.99 Meter hoch, die an den Seiten 2.26 Meter hoch. Vom westlichen Flügel erreicht man den mittleren Korridor. Dieser Eingang ist 26.75×7.88 Meter groß. Die mittlere Kuppel gemeinsam mit der vorderen und hinteren, ist dreiteilig konstruiert. Der östliche Bereich endet mit einer Apsis. Die beiden Nebenkorridore sind lang und eng geschnitten und befinden sich neben dem Hauptkorridor mit 17.39×3.18 Meter. Die mittlere Tür ist 2.40 Meter groß und geht bis zum Bogen. Die Oktogone sind direkt an die Kirchenmauern nördlich und südlich angebaut, wobei der Bauplan symmetrisch achteckig konstruiert ist. Die Wände führen bis zum Sims.  Bei beiden befinden sich unterirdische Tunnel mit einem Durchgang zur Narthex. Die Tiefe ist 2.54 Meter, die Breite 1.81 Meter.

Diese Kirche ist nach der Justinyen einer der sieben byzantinischen Kirchen. Mit den Kuppeln bei einer Basilika Konstruktion ist sie eines der ersten Beispiele für diesen Baustil. Mit ihren seltenen Wandfresken, ihren tesseralen Glas und Steinmosaiken und ihren ikonographischischen Verbildlichungen ist nachzuvollziehen , dass die Kirche im 6. Jahrhundert erbaut wurde, Anfang des 8. Jahrhunderts zerstört wurde, später wiederum im 9. Und 10. Jahrhundert nochmals erbaut und dekoriert wurde und sie zu einer der wichtigsten Kirchen im Raum Myra aus der lykischen Zeit macht.


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